14 | Anna Hoffmann | hinan und hinab

Konzept | temporäre Audioinstallation | Fahrstuhl Maintower

Hochhäuser in Frankfurt am Main

Das Konzept bezieht sich auf den veränderten Gemütszustand Hölderlins, der ihn insbesondere in seinen letzten Lebensjahren ereilte. Zu dieser Zeit verweilte er in einem Turm in Tübingen, wo er unter Aufsicht stand. Er verließ ihn kaum, lebte wie in einem Gefängnis, nicht nur in einem Äußeren sondern auch in einem Inneren gefangen. Denn er konnte den Turm ohne Begleitung nicht verlassen, aber auch sein geistiger Zustand hielt ihn gefangen, er konnte nicht mehr auf seine bisherigen Denkmuster zurückgreifen und war gezwungen, andere Wege zu beschreiten.

Diese sowohl innere als auch äußere Gefangenheit möchte ich zum Thema meiner Arbeit machen.
 Hierbei bietet sich der Fahrstuhl für mich als das äußere Gefängnis an. Denn für die Zeit in der dieser sich in Bewegung befindet, ist es dem Betrachter nicht möglich, den Fahrstuhl zu verlassen, er ist gefangen.

Um dieses Gefühl noch zu verstärken, und die Komponente der inneren Gefangenheit und Unruhe hinzu zu fügen, möchte ich in dem Fahrstuhl eine Soundinstallation anbringen. Dies ist so gedacht, dass während der Fahrt Wortfetzen aus Hölderlins Hyperion zu hören sind. Es soll kein zusammenhängender Text gelesen werden, stattdessen soll eine Abfolge von verschiedenen Ausschnitten, die durch kürzere und längere Pausen voneinander getrennt sind,  zu hören sein. Diese sollen in einer Endlosschleife laufen.
 Durch das Zusammenspiel dieser beiden Komponenten soll der Betrachter sich mit dem Gefühl der Gefangenheit konfrontiert sehen, und, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick, nicht in der Lage sein, diesem Zustand zu entkommen.  Denn der Fahrstuhl ist klein, er ist kahl, und so gibt es kaum äußere Einflüsse, die von dem Gesprochenen ablenken könnten. So sind für mich die Vorraussetzungen geschaffen, dass der Betrachter sich mit dem Gegebenen auseinander setzten kann, dies aber nicht muss, da eine Fahrt nur ca. 33 Sekunden dauert.

Anna Hoffmann

Anna Hoffmann

Nach meinem Abitur 2004 habe ich zum Wintersemester 2004/05 mein Studium an der Akademie für Bildende Künste in Mainz begonnen. Nach der Orientierungsstufe bin ich in die „Klasse Hellmann“ gewechselt