9 | Patrycja Świderska | Andenken

Spiegelschrift | Schablonentechnik | Sprühfarbe | Robert Gernhardt Brücke | Nidda

9 | Patrycja Świderska | Andenken
9 | Patrycja Świderska | Andenken
9 | Patrycja Świderska | Andenken
Im Wasser der Nidda spiegelt sich Hölderlins Gedichtfragment „Andenken“.

Patrycja Świderska

Patrycja Świderska
1980 geboren in Stettin
seit 2003 Studium an Akademia Sztuk Pieknych in Danzig (Polen)
WS 2007/08 zu Gast in Mainz (Erasmus-Programm)

Andenken

Wo aber sind die Freunde?
Bellarmin Mit dem Gefährten?
Mancher Trägt Scheue,
an die Quelle zu gehn;
Es beginnet nämlich
der Reichtum Im Meere.
Sie, Wie Maler,
bringen zusammen
Das Schöne der Erd´ und
verschmähn
Den geflügelten Krieg nicht,
und Zu wohnen einsam,
jahrlang, unter
Dem entlaubten Mast,
wo nicht die Nacht
durchglänzen
Die Feiertage der Stadt,
Und Saitenspiel und
eingeborener
Tanz nicht.

Nun aber sind zu Indiern
Die Männer gegangen,
Dort an der luftigen Spitz´
An Traubenbergen, wo herab
Die Dordogne kommt,
Und zusammen
Mit der prächtigen
Garonne meerbreit
Ausgehet der Strom.
Es nehmet aber
Und gibt Gedächtnis die See,
Und die Lieb´ auch heftet
Fleißig die Augen,
Was bleibet aber,
stiften die Dichter.

 

 

Auszug und Satz Patrycja Świderska